Tarife für Personalberater in Frankreich: Welche Kosten entstehen bei einer Personalvermittlung?

Publiée le 20 mars 2013, par Jérôme Lecot

Wie hoch sind die Kosten, die bei einer Personalvermittlung in Frankreich entstehen? Welche Entwicklungen gibt es bei den Tarifen von Headhuntern? EUREO hat dazu einmal bei Jérôme Lecot, dem Geschäftsführer der deutsch-französischen Personalvermittlung EUROJOB CONSULTING, nachgefragt.

EUREO: Welche Schwierigkeiten gibt es bei Einstellungsverfahren in Frankreich?

J.L: Ein internes Einstellungsverfahren kostet in Frankreich um die 2500 Euro. Intern bedeutet, dass das Unternehmen die Bewerber selber sucht, über Stellenausschreibungen, Netzwerke und Inititativbewerbungen. Dabei hängen die Kosten vom Aufwand der Suche ab, Stellenanzeigen sind beispielsweise sehr kostenintensiv.

Andere Faktoren, die einen Einfluss auf die Kosten haben, sind die Arbeitszeit der mit der Suche beauftragten Mitarbeiter, die Dauer der Suche und des Auswahlverfahrens. In einigen Fällen wird eine Position sehr schnell besetzt, wenn zum Beispiel der Kandidat bereits fest steht. Eine Suche kann aber auch sehr teuer werden, wenn sie kompliziert ist und sich über einen langen Zeitraum hinzieht.
Ein weiterer nicht zu unterschätzender Kostenpunkt ist bei internen Einstellungsverfahren der Zeitraum, in dem die Position unbesetzt bleibt.

Vor diesem Hintergrund ist die Personalsuche mit Hilfe einer professionelle Personalvermittlung im Endeffekt deutlich kostengünstiger.

EUREO: Wie viel kostet eine Personalvermittlung in Deutschland?

J.L: Natürlich verursacht eine Rekrutierung Kosten. Eine lang andauernde und eine möglicherweise ergebnislose Personalsuche hat zur Folge, dass der Einstellungsprozess von Neuem begonnen werden muss.
Üblicherweise liegt das Honorar für eine Personalvermittlung zwischen 5 und 25 Prozent des Bruttojahresgehalts des zukünftigen Mitarbeiters. Handelt es sich um eine Stelle in nichtleitender Funktion, muss oft eine kleine Extragebühr gezahlt werden. Auch kommen noch Kosten für Anzeigen hinzu, die sich aus Anzeigenformat und Medium zusammensetzen, das sind dann in der Tagespresse Preise zwischen 100 und 1500 Euro und in der überregionalen Presse bis zu 15 000 Euro. Schaltet man Stellenanzeigen im Internet, kann man zwischen einem Anzeigenabo für ungefähr 2400 Euro monatlich und einfachen Anzeigen mit einem Preis bis zu 700 Euro im Monat rechnen.

In Frankreich, wo es sich im kaufmännischen Bereich oder bei sehr spezialisierten Positionen empfiehlt, eine Personalvermittlung zu beauftragen, entfallen Kosten für Anzeigen häufig. Hier liegt dann der finanzielle Aufwand bei 20 bis 25 Prozent des Jahresbruttogehalts des vermittelten Mitarbeiters.

EUREO: Wie hoch sind die Kosten für eine Personalvermittlung in Frankreich?

J.L: Für einen komplexen Suchauftrag in Frankreich muss man im Falle einer Position, die im mittleren Gehaltsbereich liegt, 10 000 Euro für eine Personalvermittlung investieren. Bis zu 100 000 Euro dagegen können die Kosten für das Recruiting für einen hochrangigen Leitungsposten in einem großen Unternehmen betragen. Grundsätzlich richtet sich aber das Honorar nach dem Gehalt der vermittelten Stelle.
Dass die Wirtschaftskrise keinen großartigen Einfluss auf die Höhe der Gehälter der Führungskräfte gehabt hat, lässt sich darin erkennen, dass die Vermittlungskosten der Personalberater in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben sind.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Kosten für eine Personalvermittlung bei 20 Prozent des Gesamtgehalts des vermittelten Bewerbers liegen, aber dass dieser Betrag in bestimmten Fällen auch anders berechnet werden kann, beispielsweise im Finanzwesen. Bei einer Suche nach mehreren Mitarbeitern können auch Rabatte eingeräumt werden.

EUREO : Mit welchen Kosten muss man in Frankreich bei einer Personalvermittlung im Bereich Interims-Management rechnen?

J.L: Die Vermittlungsgebühren liegen im Interims-Management im Durchschnitt beim 1,8-fachen des Gehalts des vermittelten Bewerbers. Ein Beispiel: Verdient der Mitarbeiter im Monat 5000 Euro, so belaufen sich die Vermittlungskosten auf 9000 Euro. Generell bewegt sich der Wert zwischen dem 1,4 und 2,5-fachen des Gehalts. Selbstverständlich hat hier das Profil der Position einen Einfluss. Die erwähnten Gesamtkosten sind allerdings andere als das Honorar für die Vermittlung. Lohn und Lohnnebenkosten entsprechen einem Koeffizienten von annähernd 1. Das Honorar setzt sich demnach aus dem 0,5 – 1,5-fachen des Gehalts zusammen.

Es ist leicht erkennbar, dass die Kosten für eine Personalvermittlung im Interims-Management deutlich über dem eines Einstellungsverfahrens liegen, der Vorteil ist aber eindeutig die Flexibilität, die das beauftragende Unternehmen gewinnt.
Die längeren Einsätze zahlen sich auch für die Personalvermittler aus, da sie mit hier mit monatlichen Einnahmen kalkulieren können.
Im Unterschied zur Personalvermittlung bleibt dem Vermittler der Kandidat erhalten und er hat weiter Aussicht auf Honorar, wenn er das Profil nach der abgeschlossenen Mission einem neuen Kunden anbieten kann.

EUREO: Mit welchen Methoden kann in Zeiten des Bewerbermangels in Frankreich nach passenden Profilen gesucht werden?

J.L: Deutsche Unternehmen, die sich in Frankreich niedergelassen haben, haben häufig Probleme sich in geeigneter Weise auf dem Markt darzustellen und mit ihrem Image von der Konkurrenz abzugrenzen. Hilfreich ist in diesem Fall zum Beispiel die Teilnahme an einer deutsch-französischen Jobmesse, um mit vielen geeigneten Bewerbern in Kontakt zu kommen. EUROJOB empfiehlt die direkte Suche innerhalb eines vorher abgesteckten Zeitrahmens. Unsere zweisprachigen und bikulturellen Mitarbeiter wenden unterschiedliche Methoden, wie die Direktansprache oder die Suche in einer spezialisierten Bewerber-Datenbank an, um geeignete Kandidaten zu finden. Der Vorteil ist unser Know-How, unsere spezialisierten Mitarbeiter verfügen über hervorragende Kenntnisse sowohl des deutschen als auch des französischen Arbeitsmarktes.

Zusätzlich bieten wir unseren Klienten eine Vermittlungsgarantie. Sollte es dazu kommen, dass ein vermittelter Bewerber nach der Probezeit nicht übernommen wird, bieten wir eine erneute Suche ohne Zusatzkosten für das Unternehmen an.

A propos de l'auteur

Jérôme Lecot

Directeur Associé - Recruteur Franco-allemand, Eurojob-Consulting

cabinet de recrutement franco-allemand et européen

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