Selbständigkeit in Frankreich: Welchen Status wählen?

Publiée le 24 octobre 2012, par Jérôme Lecot

Frankreich ist eigentlich für seinen hohen bürokratischen Aufwand bekannt, aber hier hat es in den letzten Jahren einige Initiativen gegeben, um Unternehmensgründungen deutlich zu vereinfachen, wie Steuererleichterungen, Subventionen und öffentliche Kredite. Für Ihre Gründung stehen Ihnen mindestens sechs verschiedene Unternehmenstypen zur Auswahl.

So ist eines der neusten Errungenschaften das Jeune Entreprise Innovante (JEI). Jedes Unternehmen, dass mehr als 15% seiner Kosten für Forschung und Entwicklung aufwendet, profitiert unter anderem von:

  • der Befreiung von Sozialversicherungsbeiträgen für alle Beschäftigten aus den Bereichen Forschung und Entwicklung (für acht Jahre)
  • der Befreiung der Körperschaftssteuer (für acht Jahre)
  • der Befreiung von der Einkommenssteuer (während der ersten drei profitablen Jahre)

Die nationale Gründungsagentur CFE (Centre de Formalités des Entreprises) berät bei den Formalitäten der Unternehmensgründung.

Wenn Sie sich in Frankreich selbständig machen möchten, sollten Sie sich vorab unter anderem darüber informieren, welche Rechtsform Ihr Unternehmen haben soll. Sie können unter folgenden Rechtsformen wählen:

Formen der Selbständigkeit in Frankreich

  • Freelance (Profession libérale): z.B. Berater, Übersetzer, Steuerberater, Ärzte, Anwälte, Architekten, Künstler etc., die voraussichtlich keine Angestellten haben (mit Ausnahme einer Sekretärin oder eines Assistenten)
  • Handwerker (Artisan): z.B. Elektriker, Heizungsinstallateure etc.
  • Händler (Commerçant): z.B. Ladenbesitzer, Großverkäufer etc.

Einige Unternehmenstypen in Frankreich

  • Entreprise individuelle (EI): Der Einzelunternehmer kann sich ohne Mindestkapital eintragen lassen, er haftet allerdings mit seinem gesamten Vermögen. Es gibt einen Gesellschafter und Geschäftsführer.
  • Société à Responsabilité Limitée (SARL): Die SARL ist dem Prinzip der deutschen GmbH ähnlich. Die Gesellschaft ist bis zur Höhe des eingesetzten Kapitals haftbar. Das persönliche Vermögen wird nicht betroffen, ein Mindestkapital gibt es nicht.
  • Entreprise Unipersonelle à Responsabilité Limitée (EURL): Das ist eine SARL mit nur einem einzigen Gesellschafter. Die EURL unterscheidet sich von der EI durch die beschränkte Haftung des Unternehmens.
  • Société en Nom Collectif (SNC): Minimum zwei Partner, geringe Mindestkapitalanforderungen
  • Société Anonyme (SA): Eher für größere Unternehmen geeignet. Mindestens sieben Gesellschafter und Eigenkapital von 37 000 Euro. Die Hälfte des Kapitals muss bei der Gründung vorliegen, die andere Hälfte innerhalb von fünf Jahren hinzukommen. Für einen einzelnen Gesellschafter gibt es die Société par actions simplifiée univpersonnelle (SASU), für 2-7 Gesellschafter die Société par Actions Simplifiée (SAS), beide mit denselben Mindestkapitalanforderungen.
  • Bureau de Liaison: Diese Unternehmensform wird vor allem von ausländischen Unternehmen genutzt, die neu auf dem französischen Markt sind. Sie können diese für Marketing und Business Development nutzen, aber keinen Handel betreiben.

In Frankreich wird zwischen erlaubnisfreien und erlaubnispflichtigen Gewerben unterschieden. Eine behördliche Erlaubnis muss für bestimmte Tätigkeiten zusätzlich zur Anmeldung beim CFE (Centres de Formalités des Entreprises) der französischen Handelskammer eingeholt werden. Das betrifft unter anderem Berufe aus folgenden Branchen: Reisegewerbe, Transportgewerbe, Versicherungs- und Immobiliengewerbe, Zeitarbeitsfirmen oder den Handel mit Arzneimitteln oder alkoholischen Getränken.

Nach einer Genehmigung bekommen Sie eine "Licence" oder eine "Carte Professionelle". Weiterführende Informationen zur Unternehmensgründung bekommen Sie hier:

Freiberufler (z.B: Architekten, Ärzte, Rechtsanwälte, s.o.) müssen sich an die „Union de Recouvrement des Cotisations de Sécurité Sociale et d'Allocations Familiales" (URSSAF) wenden.

Selbständig in Frankreich als Auto-entrepreneur

Seit Januar 2009 ist es in Frankreich möglich, Einpersonen-Firmen zu gründen. Im Grunde ist das nichts anderes als die vorherige EURL, allerdings wurden Formalitäten und Buchhaltungsvorschriften radikal entschlankt.

Der Auto-entrepreneur führt nur noch seine Einnahmen auf und nach diesen werden sowohl Steuern als auch Sozialabgaben, wie Krankenversicherung, Rentenversicherung und andere Abgaben beglichen. Die Abgaben richten sich also nur nach den tatsächlichen Einnahmen.
Ab dem ersten verdienten Euro ist man außerdem krankenversichert. Zusätzlich besteht auch eine Partnerschaft zwischen dem Staat und der Postbank, was die Eröffnung eines Kontos in Frankreich erleichtert.

A propos de l'auteur

Jérôme Lecot

Directeur Associé - Recruteur Franco-allemand, Eurojob-Consulting

cabinet de recrutement franco-allemand et européen

Consultez-nous gratuitement pour discuter de vos projets

Faites-nous part sans engagement de vos besoins et de vos exigences. Un interlocuteur unique est à votre écoute

Contactez-nous