Die wichtigsten Formalitäten bei der Einstellung eines neuen Mitarbeiters in Frankreich: Was Unternehmen beachten müssen

Publiée le 03 décembre 2013, par Jérôme Lecot

In Frankreich müssen bei der Einstellung eines Mitarbeiters in Ihrem Unternehmen eine Reihe von Formalitäten beachtet werden. Wir haben Olivier Jacquemond, einen der Geschäftsführer der deutsch-französischen Personalberatung Eurojob Consulting, zu dem Thema ein paar Fragen gestellt.

EUREO: Was muss als erstes beachtet werden, wenn in einem Unternehmen in Frankreich ein neuer Mitarbeiter eingestellt wird?

Olivier Jacquemond: In Frankreich muss ein neuer Mitarbeiter beim zuständigen Sozialversicherungsträger, also der URSSAF, angemeldet werden. Das funktioniert über die sogenannte „Déclaration préalable à l'embauche“ und muss frühestens acht Tage vor der Aufnahme der Arbeit und spätestens am ersten Arbeitstag des Mitarbeiters erfolgt sein. Praktischerweise kann die Anmeldung im Internet gemacht werden.

EUREO: Muss der Mitarbeiter noch in anderer Form registriert werden?

OJ: Ja. In Frankreich gilt: Sobald Ihr Unternehmen Personal anstellt, müssen Sie ein „registre unique du personnel“ anlegen, ein Verzeichnis in dem dauerhaft jede neue Einstellung festhalten wird. Hier gehören auch, in der Reihenfolge der Einstellung, die Namen und Vornamen aller Angestellten des Unternehmens, mit eingeschlossen der Mitarbeiter, die von zu Hause aus arbeiten und Mitarbeiter, die von einer Zeitarbeitsfirma zur Verfügung gestellt werden, hin. Für dieses Personenregister ist aber keine bestimmte Form (Hefter, Ordner ..) vorgegeben.

EUREO: Welche Punkte gibt es noch zu beachten?

OJ: Da alle Arbeitnehmer in Frankreich, die bei der Sécurité sociale sozialversichert sind, außerdem über eine Zusatzrentenversicherung verfügen müssen, müssen Sie als Arbeitgeber dafür sorgen, dass Ihr Mitarbeiter Mitglied in einer solchen Versicherung ist.

Diese Mitgliedschaft läuft über eine ergänzende Altersversicherung, die zur ARRCO (Association pour le régime de retraite complémentaire des salariés) gehört und für Führungskräfte über eine Kasse, die zur AGIRC (Association générale des institutions de retraite des cadres) gehört.

EUREO: Was steckt hinter der Ärztlichen Einstellungsuntersuchung?

OJ: Sie müssen, ohne Ausnahme, eine ärztliche Einstellungsuntersuchung für jeden neuen Mitarbeiter organisieren, bevor er seine Arbeit aufnimmt, oder wenn später, am Ende seiner Probezeit. Diese Untersuchung dient dazu sicherzustellen, dass der Arbeitnehmer gesundheitlich für die Position, für die er eingestellt worden ist, geeignet ist und dass er keine Krankheit hat, die für andere Mitarbeiter gefährlich sein könnte.

Sie sind außerdem dazu angehalten ein Sicherheitstraining zu organisieren, das ebenfalls vor dem ersten Arbeitstag des Mitarbeiters stattfinden muss, auch wenn es sich nur um eine befristete Mitarbeit handelt. Das Training sollte an die Gefahren und Risiken im Unternehmen angepasst sein und die Erfahrungen und Qualifikation des Mitarbeiters miteinbeziehen. Das Training wird in Absprache mit einem Arbeitsmediziner erstellt.

Die Art der Formalitäten hängen natürlich auch von der Art des Arbeitsvertrages und der Qualifikation des Arbeitnehmers ab. So erfordert beispielsweise die Beschäftigung eines Heranwachsenden zwischen 14 und 16 Jahren während der Schulferien eine Genehmigung der Arbeitsaufsichtsbehörde.

A propos de l'auteur

Jérôme Lecot

Directeur Associé - Recruteur Franco-allemand, Eurojob-Consulting

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